Was wir machen


Die ideellen Grundlagen im Waldorf-Kindergarten

Der Kindergarten ist ein lebendiger Ort, in dem wir Kindern eine angemessene Atmosphäre schaffen möchten.

Für eine gesunde und glückliche Entwicklung braucht das kleine Kind vor allem Sicherheit und Geborgenheit!

Die Waldorfpädagogik unterstützt die Entwicklung der Kinder deshalb durch einen geregelten Ablauf, durch einen festen Rhythmus, Rituale und Wiederholungen im Tages-, Wochen- und Jahresablauf.

 

Das Kind lernt am Vorbild des Erwachsenen durch die Nachahmung. Es nimmt sich seine vertrauten Menschen zum Vorbild und lernt im sozialen Miteinander. An ihm erlebt es den Umgang mit Anderen, sein Verhalten im Alltag, im Straßenverkehr, beim Einkaufen, in der Natur und mit anderen Lebewesen.

Die Erzieherinnen im Waldorfkindergarten sind mit vielen alltäglichen Arbeiten beschäftigt, die von den Kindern als sinnvoll erlebt und mit vollzogen werden können: die Essenszubereitung, Herstellen von Spielzeug, Pflege der Räume und des Gartens. All diese Erfahrungen geben die Impulse zum tätig sein und spielen.

Deshalb werden alle täglichen Arbeiten gemeinsam mit den Kindern erledigt.

Die Kindergartenräume sind wohnlich gestaltet. Eine wichtige Rolle spielt die Küche. Hier wird jeden Morgen das Frühstück zubereitet, gebacken und Obst geschnitten. Sie ist wie in den meisten Familien der Mittelpunkt des Hauses.

Rudolf Steiner sagt, Nachahmung setzt auch Sinneswahrnehmung voraus! „Das kleine Kind ist ganz Sinnesorgan“. Ohne Kontrolle, ohne Filter gehen die Eindrücke, die das Kind empfängt, in seinen Körper über.

Die Schulung und Pflege der Sinne ist ein zentraler Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit und zieht sich durch alle Bereiche der Tages-, Wochen- und Jahresgestaltung.„ Nur das was das Kind unmittelbar mit den eigenen Händen erfühlt und gestaltet hat, mit dem eigenen Körper erlebt und geleistet hat, kann von ihm wirklich erfahren und verarbeitet werden“. Im Waldorfkindergarten haben die Kinder Gelegenheit, ihre Sinne durch kreative, künstlerische und gestalterische Aktivitäten mit natürlichen Materialien zu entwickeln: Aquarell malen, weben, nähen, kneten, schnitzen, werken, musizieren…..

Besonderen Wert legen wir auf eine gesunde Ernährung, gemeinsame Mahlzeiten und auf tägliche Bewegung an der frischen Luft!

Gruppen
Die Waldorfkindertagesstätte besteht zurzeit aus drei Gruppen: die „Zwergengruppe“ mit 10 Kindern von einem bis drei Jahren, die „Wurzelkinder“ mit bis zu 20 Kindern zwischen drei und viereinhalb Jahren und die „Wiesenkinder“ mit bis zu 15 Kindern zwischen viereinhalb und sechs Jahren.

Inklusion
Wir haben auch Plätze für Kinder die integrativ betreut werden. Die guten Strukturen und geregelten Abläufe geben allen Kindern Orientierung und Sicherheit.

Personal Es sind in der Regel 9 Erzieherinnen, fünf mit waldorfpädagogischer Zusatzausbildung und eine Heilpädagogin bei uns beschäftigt. Wir arbeiten gut mit verschiedenen ortsansässigen Therapeuten zusammen.

Ein Tag bei den Wurzelkindern….
So wie wir Erwachsene in einem immer wiederkehrenden großen Jahresrhythmus leben möchte das Kind seinen täglichen Rhythmus erfahren, um in der Anfangsphase seines Lebens Vertrauen und Sicherheit zu seiner Umwelt zu finden.

Rhythmus, Wiederholungen und phantasievolles Spielen sind grundlegende Bestandteile im Tagesablauf eines Waldorf-Kindergartens.

Die Kinder können von 7.15 bis 8.45 in den Kindergarten gebracht werden.

Bis 8.45 Uhr spielen die Kinder im „freien Spiel“: in der Puppenwohnung, im Kaufladen, einige Kinder sitzen am Maltisch oder erfinden eigene Spielszenen, wie Zug fahren, Piratenspiele oder Höhlenbauen.

In dieser Zeit finden auch Bastelarbeiten statt. Einige davon, wie aquarellieren oder weben, finden regelmäßig und ganzjährig statt. Jahreszeitlich orientierte Arbeiten sind z.B. die Verarbeitung von Wolle und das Verspinnen im Frühjahr, Dreschen und Brotbacken zur Erntezeit oder auch einfach gemeinsames Laterne basteln oder Sterne falten in der Adventszeit.

Während des Freispiels bereitet eine Erzieherin das Frühstück zu. Die Kinder können mithelfen oder einfach nur zuschauen. Um 8.45 stimmen wir unser Aufräumlied an: “Aufräumzeit, es ist soweit“. Nach dem Aufräumen waschen sich die Kinder die Hände und versammeln sich im Morgenkreis um gemeinsam mit Liedern, Fingerspielen und einem kleinen Reigen „den Morgen begrüßen“. Danach verteilt eine Erzieherin das“ Öltröpfchen“ (sie geht von Kind zu Kind und streicht ihm ein duftendes Hautöl in die Hand. Die meisten Kinder genießen diesen kleinen persönlichen Moment und den Duft sehr).

Es folgt das gemeinsame Frühstück. Je nach Wochentag gibt es eine bestimmte Mahlzeit: Milchreis, selbst gebackene Brötchen, Müsli etc.

Nach dem Zähneputzen gehen wir bis 11.45Uhr in den Garten. Dort beschäftigen sich die Kinder frei in kleinen Gruppen: sie matschen z.B. in der Matschecke, erfinden eigene Spiele oder spielen in den Weidenhöhlen. Diese Zeit beenden wir im Kreis mit unserem Abschiedslied und einer Geschichte.

Der Kindergartentag endet für einige Kinder um 12.15 Uhr. Sie werden jetzt abgeholt. Die Kinder, die über Mittag bleiben, gehen zu Tisch wo die Mittagsmahlzeit gemeinsam eingenommen wird.

Danach beginnt die Ruhezeit bis 14:00 Uhr.
Die zweite Abholzeit ist von 14.15 bis 14.30 Uhr .

Kinder die bis zum Schluss im Kindergarten bleiben, spielen und basteln noch draußen oder bei weniger gutem Wetter auch im Haus. Um 15:30 Uhr gibt es zur Stärkung noch einen kleinen Imbiss, die sogenannte „Knusperrunde“.

Ab 15.45 Uhr beginnt die letzte Abholphase.

Ein Jahr im Kindergarten

Die Kinder erleben die Vorgänge in der Natur im Wechsel der Jahreszeiten bewusst mit. Hierbei bilden die Jahresfeste besondere Höhepunkte. Durch die Jahresfeste, die immer wiederkehrend zur gleichen Zeit und in gleicher Weise erlebt werden, ist dem Jahr ein ganz fester Rhythmus gegeben. Mit jeder Jahreszeit sind besondere Lieder, Märchen, Geschichten und Reigen verknüpft. Im Waldorf-Kindergarten begleiten uns die folgenden Feste:

  • Drei-Königsspiel
  • Fasching
  • Ostern
  • Johanni
  • Erntedank
  • Michaeli
  • St. Martin
  • Adventsspirale
  • Nikolaus
  • Krippenspiel

Eurythmie
Mehrmals im Jahr kommt eine Eurythmistin in den Kindergarten. Es handelt sich hierbei um eine Art Bewegungskunst, die Sprache in Bewegung umsetzt. Für die Kinder werden Bewegungsformen einfach und nachvollziehbar gehalten und in kleine Geschichten, Reime und Lieder eingekleidet. Die Eurythmie wirkt ordnend und heilend auf die gesamte Entwicklung des Menschen trägt zur Stärkung seiner Lebenskräfte bei.